Mercedes R129 Geschichte und Schwachstellen

Mercedes R129 Geschichte und Schwachstellen

Zukunftsweisend und mit elektrohydraulischem Verdeck

Der von Bruno Sacco gestaltete elegante Nachfolger des R107 wurde 1989 bis 2002 gebaut. Die technischen Highlights des Roadster-Klassikers, von dem 204.940 Stück produziert wurden, waren bei seiner Präsentation der automatische Überrollbügel, das ADS (erstmals als Sonderausstattung lieferbar), die neuentwickelten Integralsitze, in denen das Gurtsystem sowie die vollelektrische Sitzverstellung integriert wurden, und das serienmäßige elektrohydraulische Verdeck. Der 129er ist der letzte SL mit einem Stoffverdeck. Die Gesamtlänge der verlegten hydraulischen Leitungen für das Verdeck beträgt ca. 120 m.

R129 Geschichte, die Baureihe  lässt sich in drei Epochen einteilen

1. Serie (Vormopf) von 1989 bis 1992 mit den Modellen 300SL, 300SL-24 und 500SL. Ab 1992 mit den zusätzlich mit dem Modell 600SL. Ab 1993 mit den Modellen SL280, SL320, SL500, und SL600. AMG Vormopf Modelle: 500SL 6.0 AMG und SL60 AMG.

Erste große Modellpflege (Mopf 1) von 1995 bis 1998 mit den Modellen SL280, SL320, SL500 und SL600. AMG Mopf 1 Modelle: SL60 AMG. Designveränderungen an der Karosserie, z.B. nur noch 2 Finnen an der Beplankung / Grill mit 6 Lamellen, und am Innenraum. Xenon Scheinwerfer und ESP sind erstmals als Option lieferbar.

Zweite große Modellpflege (Mopf 2) von 1998 bis 2002 mit den Modellen SL280, SL320, SL500 und SL600. AMG Mopf 2 Modelle: SL60 AMG, SL55 AMG, SL70 AMG und SL73 AMG. Weitere Designveränderungen an der Karosserie, z.B. ovale Rückspiegel und neue Rückleuchten, und am Innenraum. Neue V6 und V8 Motoren mit Drei-Ventil-Technik und Doppelzündung. 17“ Felgen. Umstellung auf Wasserlack.

Außerdem gab es während der gesamten Bauzeit diverse Sondermodelle, wie z.B. Milli Miglia, Special Edition, Final Edition, SL Edition und Silver Arrow Edition (USA). Von diesen Modellen wurden 5086 Stück gebaut.

R129 Sondermodell SL Edition und Mopf 2
R129 Sondermodell SL Edition und Mopf 2

Die Schwachstellen des Mercedes R129 SL

Karosserie: Wagenheberaufnahmen, Hinterachsaufnahmen, Radläufe und Türunterkanten. Gravierende Rostprobleme sind nicht bekannt.

Technik: Gleitschienen (alle V8 – M119 / M112), Zylinderkopf-Dichtung (M104 E30 / 300SL-24), M112 (V8) und besonders M113 (V6) wegen Ölkanalproblemen. Unter R129-SL Enthusiasten haben sich die folgenden Motoren als die beliebtesten und standfestesten heraus kristallisiert: V8 M119 (1989-1998) und R6 M104 E32/E28 (1993-1998)

Elektrik: Steuergeräte (mögliche Zerstörung der Steuergeräte bei Unterspannung) und elektrische Helferlein. Motorkabelbaum bei Mopf 1.

Verdeck: Verdeckfenster aus Plastik, die im Laufe der Jahre vergilben und brüchig werden. Undichtigkeiten der hydraulischen Verdeck-Schließzylinder und Fehlfunktionen des Verdeck -Mechanismus‘.

Ersatzteilsituation: befriedigend. Viele Teile für seltene Polsterfarben sind leider nicht mehr lieferbar. Die Beschaffung von neuen Steuergeräten für bestimmte Typen kann sich mittlerweile schwierig gestalten. Meist ist aber eine Instandsetzung der Steuergeräte möglich.

Sofern der 129er nicht im Winter auf salzigen Straßen bewegt wurde, ist Rost, beim zumeist in Bremen von Hand zusammengebauten Mercedes, kein Thema. Eine regelmäßige Vorsorge ist natürlich Pflicht. Durch den hohen Qualitätsstandard bei der Fertigung, kann der SL, regelmäßige Wartung und Pflege vorausgesetzt, ein Daily-Driver sein.